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Eibe

Die Eiben (Taxus) bilden eine Pflanzengattung in der Familie der Eibengewächse (Taxaceae). Die zehn bis elf Arten sind hauptsächlich in den gemäßigten Gebieten der Nordhalbkugel verbreitet; in Europa ist die Europäische Eibe (Taxus baccata) als einzige Art heimisch.

Europäische Eibe (Taxus baccata), Illustration
Von den übrigen einheimischen Nadelbaumarten unterscheidet sich die Eibe durch aussergewöhnliche Eigenschaften. Es gibt zum Beispiel männliche und weibliche Bäume. Rehe schätzen ihre jungen Triebe sehr, Pferdehalter lieben die Pflanze weniger.
Die Eibe ist die eigenartigste unter den einheimischen Nadelbaumarten. Sie unterscheidet sich durch folgende Eigenschaften von Fichten, Tannen, Föhren und Lärchen:
Sie ist extrem schattenertragend und langsamwüchsig (pro Jahr lediglich 1 bis 3 cm).
Sie besitzt keine Harzgallen und entwickelt keine Zapfen.
Sie ist zweihäusig (das heisst: die männlichen und die weiblichen Blüten sind nicht auf dem gleichen Baum).
Die weiblichen Blüten besitzen nur je eine Samenanlage.
Sie hat ein starkes Ausschlagvermögen und kann demzufolge vegetativ
(durch Stecklinge) vermehrt werden.

Das Eibenholz zählt zu den härtesten und schwersten Holzarten und ist sehr dauerhaft. Das rare Holz ist heute sehr gesucht für Drechslerarbeiten, Möbelbau und für die Herstellung von Musikinstrumenten. Früher verkauften betrügerische Händler das Eibenholz, nach entsprechender Beizung, als “Ebenholz”!
Von den einheimischen Nadelbaumarten kann sie mit etwa 3000 Jahren das höchste Alter erreichen. Sie wird allerdings oft älter eingestuft, weil ältere Eiben sogenannte “Scheinstämme” bilden, das heisst: Um einen beschädigten, abgestorbenen Stamm schlagen ringförmig dicht um dessen Basis zahlreiche Wurzelschösslinge oder frische Triebe aus Adventivknospen aus und verwachsen dann miteinander.
Alle Teile der Eibe (ausgenommen der Samenmantel, Arillus) enthalten das giftige Taxin sowie die ebenfalls giftigen Stoffe Myricylalkohol und Taxicatin. Bei Nadelfrass reagieren Pferde am empfindlichsten; 0,2 bis 2,0 Gramm Nadeln je Kilo Lebendgewicht sind todbringend. Im Gegensatz dazu vertragen Wiederkäuer bis zu 10 Gramm je Kilo Lebendgewicht. Das Wild hat sogar eine Vorliebe für diese Baumart, was etwelche Verjüngungsprobleme mit sich bringen kann. Heute gewinnt das Taxin als Heilmittel gegen Krebs zunehmend an Bedeutung.