Andorn (Marrubium vulgare)

Der Gewöhnliche Andorn (Marrubium vulgare), auch Weißer AndornGemeiner Andorn, kurz AndornHelfkrautWeißer DorantMariennessel oder Berghopfen genannt,[1] ist eine Pflanzenart aus der Gattung Andorn (Marrubium) in der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Die Art wurde früher häufig als Heilpflanze kultiviert. Von Wissenschaftlern der Universität Würzburg wurde Andorn zur Arzneipflanze des Jahres 2018 ausgerufen.[2]

Als Bitterstoffdroge und damit Bittermittel (Amarum) hat der Andorn auch in der modernen Phytotherapie Anerkennung gefunden. Zur Anwendung kommen Pflanzenextrakte als Teezubereitung mit Wasser, aber auch Fluidextrakte aus Wasser-Alkoholmischungen, die einen höheren Anteil an Wirkstoffen besitzen.

Die Hauptanwendungsgebiete sind Appetitmangel und dyspeptische Beschwerden wie Blähungen und Völlegefühl. Im Bereich der Verdauung ist die Gabe auch bei Störungen der Gallenproduktion als Galle anregendes Mittel sinnvoll. Im Bereich der Atemwegserkrankungen hat sich die Gabe von Andorn-Zubereitungen bei Katarrhen der oberen Luftwege bewährt.

In der Volksmedizin wird Andorn auch bei Hautproblemen wie Hautschäden, Geschwüren oder zur Wundbehandlung äußerlich angewendet.

Teebereitung: 1 – 2 Teelöffel getrocknetes Andornkraut werden mit 150 Milliliter kochendem Wasser übergossen, man lässt 5 – 10 Minuten ziehen und seiht dann ab; 15 Minuten vor den Mahlzeiten ungesüßt 1 Tasse trinken.

Bei der Verwendung als Hustentee kann der Andorntee mit Honig gesüßt zwischen den Mahlzeiten
Der Andorn ist eine Heilpflanze, die schon seit weit über zweitausend Jahren als Heilmittel bei verschiedenen Erkrankungen Anwendung findet. Er war bei den Ägyptern, Griechen und Römern eine wichtige Heilpflanze, wurde im Mittelalter von vielen Ärzten geschätzt und hat auch heute in der Volksmedizin, Phytotherapie und Homöopathie seinen fixen Platz. Als Anwendungsgebiete gelten Atemwegserkrankungen, Appetitlosigkeit, Völlegefühl, Blähungen und Störungen in der Gallenfunktion

Andornkraut ist ein sehr gut verträgliches und mildes Heilmittel. Lediglich bei Gallensteinen sowie Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren sollte auf Andorn verzichtet werden, da es sonst zu einer Verschlechterung des Krankheitsbildes kommen kann.