RÖMISCHE KAMILLE

Chamaemelum nobile (L.) All.

In weiten Teilen Europas wird der Echten Kamille (Matricaria recutita L.) gegenüber der Römischen Kamille der Vorzug gegeben. Das liegt daran, dass es zur Wirkung der Echten Kamille viele wissenschaftliche Erkenntnisse gibt. Diese fehlen bei der Römischen Kamille weitgehend, dennoch wird in Belgien, Frankreich und Großbritannien diese Heilpflanze der Echten Kamille praktisch gleichgestellt und auch häufig eingesetzt.

Die Römische Kamille – Chamaemelum nobile (L.) ALL. – wird in Ländern Westeuropas als „die Kamille“ bezeichnet; sie hat im Vergleich zur Echten Kamille etwas unterschiedliche Inhaltsstoffe, kommt aber trotzdem bei ähnlichen Beschwerden zur Anwendung.

Der Unterschied setzt sich auch im Namen fort; während in der deutschen Bezeichnung der beiden Heilpflanzen der Name Kamille mit der Bezeichnung der Art (Echt oder Römisch) kombiniert wird, fehlt in den lateinischen Namen diese Übereinstimmung. Während Matricaria das Wort matrix (Gebärmutter) in sich trägt, hat Chamaemelum als Erinnerung an den feinen apfelartigen Geschmack seinen Namen bekommen.

MEDIZINISCHE UND VOLKSMEDIZINISCHE ANWENDUNG
Wichtige Unterschiede von echter und falscher Kamille

Extrakte kommen sowohl innerlich als auch äußerlich zur Anwendung. Während die Echte Kamille in weiten Teilen Europas dominant zur Anwendung kommt, wird in Großbritannien, Frankreich und in Belgien der Römischen Kamille der Vorzug gegeben.

Aus der traditionellen Verwendung gesteht die HMPC den Zubereitungen aus der Römischen Kamille eine Wirkung bei leichten krampfartigen Beschwerden im Magen- und Darmtrakt, bei Blähungen oder Flatulenz (verstärkte Entwicklung von Gasen) zu.

In der Volksmedizin sind folgende Indikationen – wiederum vor allem in Westeuropa – mit innerlicher und äußerlicher Anwendung beschrieben. Bei Bauchschmerzen oder Verdauungsproblemen; als Bittermittel bei Appetitstörungen, Völlegefühl und als Karminativum, aber auch bei Menstruationsbeschwerden, schmerzhafter und unregelmäßiger Periode, bei Entzündungen im Mund und Rachen oder der Magenschleimhaut. Im Weiteren bei Nervosität und allgemeiner Schwäche. Äußerliche Anwendungen (Aufgüsse) erfolgen zur Wundspülung, bei Analfissuren oder bei Hämorrhoiden und auch bei Dekubitus oder als Inhalation bei Entzündungen der Stirn- und Nasenhöhlen. Die Wirksamkeit bei den genannten Anwendungsgebieten ist nicht hinreichend dokumentiert.

Homöopathie: Bei nervösen Störungen, Magen- Darmstörungen; hergestellt wird die Urtinktur aus den frischen oberirdischen Teilen ungefüllter Varietäten.

Teezubereitung: Für die äußerliche Anwendung: Drei Gramm der getrockneten Blüten der Römischen Kamille werden mit 100 Milliliter kochendem Wasser übergossen; man lässt 10 Minuten ziehen und seiht dann ab.

Als Schmuckdroge können Blüten in einer Konzentration von maximal 1 Prozent Teemischungen zum innerlichen Gebrauch zugesetzt werden.

Nebenwirkungen: Keine Anwendung bei bekannter allergischer Reaktion auf Korbblütler. Gelegentlich allergische Hautreaktionen.

Größe
Die falsche Kamille sieht der echten Kamille zum verwechseln ähnlich, es gibt aber in der Größe ein paar Unterschiede. Die echte Kamille erreicht eine maximale Wachshöhe von einen halben Meter, während die falsche Kamille bis zu 80 cm groß werden kann.

Auch die Größe der Blütenköpfe unterscheiden sich deutlich. Die echte Kamille hat kleinere Blüten, die zwischen 2 cm und 2,5 cm liegen, die unechte Kamille hat fast doppelt so große Blüten, die eine Größe von 4 cm erreichen.

Geruch
Da die echte Kamille einen typisches Kamillenaroma verbreitet, unterscheidet sie sich von der falschen stark. Denn diese ist fast geruchlos oder riecht nur sehr schwach.

Blütenköpfe
Umgeben von den weißen Blütenblättern ist das gelbe Blütenköpfchen. Wenn man dieses vorsichtig mit dem Fingernagel öffnet, sollte es bei der echten Kamille innen hohl sein. Die falsche Kamille hat ein gefülltes Blütenköpfchen und ist nicht hohl.