Ja, das Sumpf-Ruhrkraut (Gnaphalium uliginosum) gilt als traditionelles Heilkraut, obwohl es in der modernen westlichen Pflanzenheilkunde (Phytotherapie) heute eher selten genutzt wird. In der Naturheilkunde Osteuropas (v. a. in Russland als Suscheniza to pjanaja bekannt) und in der Homöopathie hat die Pflanze dagegen einen festen Platz.
Seine Wirkung verdankt das Kraut vor allem einem hohen Anteil an Gerbstoffen, Flavonoiden, ätherischen Ölen und Harzen. [1]
Die wichtigsten Anwendungsgebiete
- Magen-Darm-Beschwerden: Durch die enthaltenen Gerbstoffe wirkt das Kraut zusammenziehend (adstringierend) und entzündungshemmend. Traditionell wird es als Tee bei Durchfall sowie zur unterstützenden Behandlung von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren getrunken. [1, 2]
- Entzündungen im Mundraum: Ein Aufguss aus dem getrockneten Kraut eignet sich als Gurgellösung bei Entzündungen des Zahnfleisches oder im Rachenraum. [1]
- Blutdrucksenkung: In der osteuropäischen Volksmedizin wird das Sumpf-Ruhrkraut bei milden Formen von Bluthochdruck angewendet, da ihm eine gefäßerweiternde und beruhigende Eigenschaft zugeschrieben wird. [1]
- Homöopathie: Unter dem Namen Gnaphalium uliginosum wird es in homöopathischer Aufbereitung vor allem bei Ischiasschmerzen, Hexenschuss und Taubheitsgefühlen in den Beinen eingesetzt. [1]
Hinweis: Wenn Sie Ruhrkraut-Präparate kaufen möchten, achten Sie genau auf den botanischen Namen. Häufig werden unter dem Begriff „Ruhrkrautblüten“ die Blüten der Sand-Strohblume (Helichrysum arenarium) verkauft, die vor allem bei Gallen- und Blähbeschwerden helfen. [1]


